Medizinisch psychologische Untersuchung 2018-11-12T16:53:17+00:00

Die MPU – Medizinisch Psychologische Untersuchung

Bei Fahrten mit mehr als 1,6‰ Alkohol, in einigen Bundesländern sogar ab 1,2‰ oder unter Drogeneinfluss, beim Erreichen des achten Punktes oder bei bestimmten Straftaten im Straßenverkehr erhalten Sie in den meisten Fällen Ihren Führerschein nicht ohne Weiteres zurück. Sie müssen eine MPU, eine medizinisch psychologische Untersuchung, absolvieren. Dort wird in Gesprächen vor allem Ihre psychologische Eignung zum Führen eines Fahrzeuges überprüft.

Nach einer Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, Straftaten im Straßenverkehr oder dem Vollenden des 8. Punktes auf dem Konto droht sie meist: die MPU. Was kommt jetzt auf Sie zu? Wie können Sie die MPU möglichst problemlos bestehen?

Bei jeder Neuerteilung der Fahrerlaubnis prüft die Führerscheinstelle, ob Sie geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen sind. Sollten Zweifel bezüglich Ihrer körperlichen, geistigen oder charakterlichen Eignung bestehen, so kann die Führerscheinstelle eine Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, festzustellen, ob Sie zukünftig keine Gefahr mehr für die Sicherheit des Straßenverkehrs darstellen. Wann eine MPU nötig werden kann, erfahren Sie im weiteren Text.

Wann wird eine MPU angeordnet?
In jedem Fall droht Ihnen eine MPU wenn Sie mit 1,6‰ Blutalkoholkonzentration (BAK) ein Fahrzeug geführt haben. In bestimmten Fällen kann aber auch bei niedrigeren Konzentrationen eine MPU nötig werden (z.B. bei wiederholten Fahrten unter Alkoholeinfluss). Auch wenn Sie ein Fahrzeug unter Drogeneinfluss geführt haben, oder Ihnen der Führerschein bei einem Punktestand von 8 Punkten im Fahreignungsregister entzogen wurde, ist eine MPU notwendig. Weitere Fällen sind: grobe oder wiederholte Verstöße gegen Verkehrsvorschriften oder Straftaten im Straßenverkehr, geistige oder körperliche Mängel, Konsum oder Besitz von illegalen Betäubungsmitteln, wiederholte Entziehungen der Fahrerlaubnis oder Straftaten, die auf ein erhebliches Aggressionspotenzial hinweisen.

Falls Ihnen Ihr Führerschein wegen einer Tat während der Probezeit entzogen wurde, wird, unabhängig von der MPU, ein Aufbauseminar nötig. Außerdem wird Ihre Probezeit unterbrochen und setzt sich erst nach Neuerteilung der Fahrerlaubnis fort. Bei einer längeren Zeit ohne Führerschein und mangelnder Fahrpraxis kann eine erneute Fahrprüfung notwendig werden.

Was passiert bei einer MPU?
Eine MPU besteht immer aus denselben Bausteinen, die aber im Ablauf variieren können. Sie werden zunächst einige Fragebögen zu Ihrer Person und den Umständen Ihres Deliktes beantworten müssen. Weiterhin werden Sie einige Leistungs- und Reaktionstests bestehen müssen. In einer medizinischen Untersuchung steht Ihre körperliche Fahreignung im Zentrum des Interesses. Im wichtigsten und meist auch gefürchtetsten Teil der MPU, dem psychologischen Gespräch, wird das Zustandekommen des Deliktes, Ihre Veränderungsmaßnahmen und Ihre Sicht auf Ihr zukünftiges Verhalten besprochen. Ausführliche Informationen erhalten Sie in unserer Rubrik MPU Ablauf.

Wie kann die MPU bestanden werden?
Um mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu bestehen, sind meist umfassende Änderungen Ihres Verhaltens oder Ihrer Lebensumstände notwendig. Solche Veränderungen können sinnvollerweise erst vollzogen werden, wenn Sie die Grundlagen Ihres Verhalten (z.B. bestimmte Charakterzüge) verstanden haben. Eine verkehrspsychologische Vorbereitung auf die MPU behandelt diese Punkte und ermöglicht Ihnen die optimale Vorbereitung auf die nahende MPU.

Fakten

Der NDR gibt einen Überblick über Sinn und Zweck der MPU: Zum Artikel

Statistiken zur MPU aus dem Jahr 2016, Alkohol noch immer der häufigste Grund: Zur Statistik

Eine MPU dient dazu, Eignungszweifel bei der Fahreignung auszuschließen. Solche Zweifel bestehen, wenn Sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gefahren sind oder 8 Punkte „in Flensburg“ gesammelt habe.

Sie empfinden eine MPU als harte Bestrafung? In einigen Ländern drohen bei Alkoholfahrten sogar Gefängnisstrafen oder der lebenslange Entzug der Fahrerlaubnis. Hier eine Übersicht

Beratender Partner des Grüne Hilfe
Netwerks e.V. zum Thema MPU.