Die MPU wegen Alkohol

Alkohol hat am Steuer eines Fahrzeuges nichts zu suchen. Dennoch bedeutet nicht jede Fahrt unter Alkoholeinfluss direkt eine MPU. Erst bei höheren Promillewerten oder wiederholten Auffälligkeiten müssen Sie Ihre Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen. Da Alkohol eine der weit verbreitetsten Substanzen ist, ist auch eine MPU wegen Alkohol keine Seltenheit. Bei der MPU wegen Alkohol müssen Sie zunächst eine Abstinenz oder einen kontrollierten Konsum nachweisen. Ein psychologisches Gespräch zu den Gründen Ihres Konsums und den Motiven Ihres Vergehens im Straßenverkehr ist ebenfalls unumgänglich.

Alkohol ist mit Tabak und Koffein einer der beliebtesten Suchtstoffe überhaupt. Im Gegensatz zu den anderen Stoffen wird Alkohol aber schnell zu einem Problem für die Sicherheit im Straßenverkehr. Täglich finden unzählige Fahrten unter Alkoholeinfluss statt, die nicht aufgedeckt werden. Kommt es aber schließlich doch zu einer Verkehrskontrolle und einem Führerschein-Entzug, ist die MPU nicht weit entfernt.

Das Ziel einer MPU wegen Alkohol ist es, herauszufinden, ob bei Ihnen eine tiefgreifende Alkoholproblematik besteht, wie Ihre Alkoholgewohnheiten aussehen und ob eine generelle Alkoholgefährdung vorliegt. In der Untersuchung soll herausgefunden werden, wann, wieviel und aus welchen Gründen Sie die entsprechende Menge Alkohol getrunken haben. Weiterhin wird überprüft, ob eine Alkoholabstinenz notwendig ist oder ob ein kontrollierter Konsum als Verhaltensänderung in Ihrem Fall ausreichend ist. Generell spielt Ihr geplanter zukünftiger Umgang mit Alkohol eine wichtige Rolle im verkehrspsychologischen Gespräch. Der grundsätzliche Ablauf einer MPU wegen Alkohol unterscheidet sich nicht stark von den üblichen Schritten bei einer MPU.

Eine MPU wegen Alkohol wird meistens in den folgenden Fällen notwendig:

  • Sie hatten eine erste Fahrt unter Alkoholeinfluss ab 1,6 Promille
  • Sie wurden wiederholt auffällig durch Alkohol im Straßenverkehr, auch bei geringeren Promillewerten
  • Es gab, unabhängig von der Alkoholkonzentration, Hinweise auf eine Alkoholproblematik
  • Es kann jeweils auch bei geringeren Promillewerten in Einzelfällen eine MPU angeordnet werden. Bei erstmaligen Vergehen unter 1,1 Promille ist eine MPU aber eher selten

In den meisten Fällen ist zu einer MPU wegen Alkohol ein zertifizierter Abstinenzbeleg vorzulegen. Der untersuchte Wert ist dabei EtG (Ethylglucuronid – ein Abbaustoff von Alkohol), die Analyse erfolgt in der Regel über den Urin. Wie lang der nachgewiesene Zeitraum der Abstinenz sein muss ist abhängig von mehreren Faktoren. Meistens empfiehlt sich eine Abstinenz zwischen 6 Monaten und einem Jahr. Bei der MPU selber werden schließlich auch Ihre Leberwerte untersucht. In besonderen Fällen wird ein kontrollierter Alkoholkonsum toleriert. Wir geben Ihnen gerne nach einer Fallanalyse eine verlässliche Empfehlung zu diesem Thema.

MPU-Kompetenz bietet spezielle vorbereitende Schulungen für Personen an, die eine MPU aufgrund von Alkohol-Vorfällen absolvieren müssen.

Fakten

Eine MPU wird meist dann nötig, wenn Sie mehr als 1,6 Promille im Blut hatten. Auch bei mehrfachen Fahrten mit geringeren Promille-Werten kann eine MPU angeordnet werden.

Wie fährt es sich unter Alkoholeinfluss? Hier ein Beispiel: Zum LVT Film

In welchen Einzelfällen wird eine MPU wegen Alkohol nötig? Lesen Sie dazu einen Artikel des MDR über eine Klage beim obersten deutschen Verwaltungsgericht: Zum Artikel

Beratender Partner des Grüne Hilfe
Netwerks e.V. zum Thema MPU.